Hongkong plant Überarbeitung der IPO-Regeln für Spezialtechnologie-Firmen
John Lee, Verwaltungschef von Hongkong, hat am 16. September den ersten Fünfjahresplan sowie den Regierungsbericht 2026 vorgestellt. Beide Dokumente kündigen eine Überarbeitung der Börsenzulassung an: Die Börsenaufsicht SFC und die Börse HKEX starten im dritten Quartal eine zweite Konsultationsphase zur Wettbewerbsfähigkeit des Listing-Mechanismus, im kommenden Jahr soll zudem das Kapitel 18C für Spezialtechnologie-Unternehmen überarbeitet werden, darunter die Marktkapitalisierungsschwelle. Nach Angaben von Huxiu warten derzeit über 500 Unternehmen auf einen Börsengang in Hongkong, mehr als 50 davon aus dem Bereich Robotik und Embodied AI. Bis zum 15. September wurden in diesem Jahr 108 neue Aktien gehandelt, 82 davon liegen unter ihrem Ausgabekurs. Laut 36Kr kündigte Lee zudem ein landesweites KI-Trainingsprogramm mit über 200 Kursen und Aktivitäten an.
Für mich ist die eigentliche Nachricht nicht der Fünfjahresplan selbst, sondern die angekündigte Überarbeitung von Kapitel 18C. Genau darüber sind bislang viele Robotik- und Embodied-AI-Firmen an die Börse gegangen, weil die Hürden dort niedriger lagen als am Festland. Wenn Hongkong die Marktkapitalisierungsschwelle und die Zulassungskriterien verschärft, verändert das den Kalkül für die über 50 Unternehmen, die laut Huxiu derzeit in der Prüfung stehen. Wer jetzt noch schnell einreicht, tut das offenbar auch deshalb, weil das aktuelle Fenster absehbar enger wird.
Quellen: Huxiu Artikel · 36Kr Newsflashes · OFweek